Diskriminierung ist verboten

In Deutschland gibt es ein Gesetz, das Dich vor Diskriminierung schützt: unabhängig davon, woher Du kommst, woran Du glaubst, wen Du liebst, wie alt Du bist und ob Du eine Behinderung hast. Nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz darf niemand im Job oder bei Alltagsgeschäften – z.B. beim Einkaufen, Ausgehen, oder der Wohnungssuche – wegen der folgenden Eigenschaften diskriminiert werden:

Alter

Als jüngerer Mensch im Job weniger Geld allein wegen des Alters erhalten? Bei den Urlaubstagen Abstriche machen - und ältere Kolleg*innen dürfen länger ausspannen? Das ist nicht zulässig. Egal, ob zu alt oder zu jung: Niemand darf wegen des Alters benachteiligt werden. Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist das klar geregelt. Wenn Du vor Gericht nachweisen kannst, wegen Deines Alters benachteiligt worden zu sein, hast Du Anspruch auf eine Entschädigung und/oder Schadensersatz.

Behinderung

Viele Menschen mit Behinderung oder chronischen Krankheiten haben nicht die gleichen Chancen: Sie werden bei Bewerbungsverfahren oder Beförderungen ausgeschlossen oder stehen im Alltag buchstäblich vor Barrieren. Manches lässt sich einfach lösen: etwa durch einen Fahrstuhl in der Schule oder die geeignete Software für die blinde Mitarbeiterin. Ändern müssen sich vor allem die Barrieren in den Köpfen. Ob im Arbeitsleben oder im Alltag - es gilt: Wenn Du vor Gericht nachweisen kannst, wegen einer Behinderung benachteiligt worden zu sein, hast Du nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz Anspruch auf eine Entschädigung und/oder Schadensersatz.

Rassismus

Rassismus und Benachteiligung wegen der ethnischen Herkunft sind ein tief sitzendes Problem in Deutschland. Einige Beispiele: Die Chancen, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden, sind für Menschen mit einem „ausländisch“ klingenden Namen bis zu 24 Prozent geringer. Auch bei der Wohnungssuche sind die Chancen oft schlechter. Und vor Clubs erleben es junge Menschen immer wieder, dass sie allein deshalb abgewiesen werden, weil sie eine dunklere Hautfarbe haben. Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz ist klar geregelt: Wer eine solche rassistische Diskriminierung erlebt, kann rechtlich dagegen vorgehen.

Religion und Weltanschauung

Niemand darf wegen des Glaubens – oder übrigens auch wegen des Nicht-Glaubens - diskriminiert werden. Aber Benachteiligungen sind verbreitet: Muslimische Frauen mit Kopftuch werden immer wieder von ihren Arbeitgebern aufgefordert, ihr Kopftuch abzunehmen, viele werden gar nicht erst zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Jüdinnen und Juden berichten vermehrt über Antisemitismus. Aber: Diskriminierung wegen der Religion am Arbeitsplatz oder bei Alltagsgeschäften ist verboten – bei nachgewiesener Benachteiligung vor Gericht haben Betroffene Anspruch auf Entschädigung und/oder Schadensersatz.

Geschlecht

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz macht klar: Frauen, Männer, Trans*, trans- und intersexuelle Personen dürfen weder im Beruf noch im Alltag aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen für gleichwertige Arbeit und Benachteiligung wegen Schwangerschaft und Mutterschaft finden dennoch häufig statt. Wenn Du am Arbeitsplatz oder bei Alltagsgeschäften Diskriminierung wegen Deines Geschlechts oder Deiner geschlechtlichen Identität erlebt hast, kannst Du nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz dagegen vorgehen.

Sexuelle Identität

Mobbing nach dem Coming-Out in der Ausbildung oder am Arbeitsplatz? Ein Hotel weist ein schwules Paar ab? Zwei Mütter und ihr Kind bekommen keine Familienkarte im Zoo? Lesben, Schwule und Bisexuelle erleben trotz Eheöffnung und wachsender Sichtbarkeit Diskriminierung in der Schule, im Beruf und im Alltag. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz ist auch hier eindeutig: Wenn Du Benachteiligungen am Arbeitsplatz oder bei Alltagsgeschäften erlebst, kannst Du dagegen vorgehen.