Leichte Sprache

Diskriminierung ist verboten

Diskriminierung bedeutet:

Ein Mensch behandelt einen anderen Menschen schlecht,
nur weil der anders ist.
Das ist verboten.
Ein anderes Wort für Diskriminierung ist: 
Benachteiligung.

Zum Beispiel:
Ein Kellner bringt einem Gast keinen Kaffee,
weil der Gast eine dunkle Haut hat.

Oder:
Eine Taxi-Fahrerin lässt eine Frau am Straßen-Rand stehen,
weil die Frau einen Schleier trägt.

Das Gesetz schützt dich

In Deutschland gibt es ein Gesetz gegen Diskriminierung, das dich schützt.
Das Gesetz heißt:
Allgemeines Gleich-Behandlungs-Gesetz.

Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Niemand darf einen Menschen schlechter behandeln als andere.

Zum Beispiel:

  • Weil er ein bestimmtes Alter hat.
  • Weil er behindert ist.
  • Weil er anders aussieht.
  • Weil er aus einem anderen Land kommt.
  • Weil er ein Mann oder eine Frau ist.
  • Weil er eine andere Religion hat.
  • Weil er keine Religion hat.

Das Allgemeine Gleich-Behandlungs-Gesetz schützt alle Menschen vor Diskriminierung.
Niemand darf einen Nachteil haben.

6 Gründe für Diskriminierung

Es gibt 6 Gründe,
warum Menschen Nachteile haben.
Diskriminierung kommt oft vor.
Aber es ist trotzdem verboten,
Menschen zu benachteiligen.

Alter

Das Allgemeine Gleich-Behandlungs-Gesetz schützt junge und alte Menschen.

Menschen haben oft Probleme,

  • weil sie jung sind.
  • weil sie älter sind.

Zum Beispiel:

  • Bei der Arbeit.
  • Bei Versicherungen.
  • Wenn es um Geld geht.
  • Bei der Suche nach einer Wohnung.
  • Wenn es um die Gesundheit geht.

Benachteiligungen können sein :

  • Ein junger Mensch bekommt einen Job nicht
    Begründung für die Absage:
    Er ist zu jung. 
    Der Arbeitgeber glaubt,
    ein junger Mensch hat zu wenig Erfahrung.
  • Ein alter Mensch bekommt einen Job nicht.
    Begründung für die Absage: 
    Er ist zu alt.
    Der Arbeitgeber glaubt,
    ein älterer Mensch lernt Neues sehr langsam.

Aber: 
Das Alter darf kein Grund sein.

Behinderung

Die Anti-Diskriminierungs-Stelle hat Menschen nach ihrer Meinung gefragt. 
Die meisten Menschen sagen: 

Für Menschen mit Behinderungen muss mehr getan werden!
Menschen mit Behinderung sollen selbst bestimmen können,
wie sie leben wollen.

Viele Menschen mit Behinderung können aber nicht selbst-bestimmt leben.
Das hat verschiedene Gründe.

Zum Beispiel:

  • Bahnhöfe ohne Fahrstuhl.
  • Es fehlen Arbeits-Plätze für blinde Menschen.
  • Man kann ein Hotel-Zimmer nur telefonisch buchen.
    Ein Mensch mit Hör-Behinderung kann das nicht.
  • Texte sind zu schwer geschrieben.

Leichte Lösungen
Manchmal gibt es leichte Lösungen. 

Zum Beispiel:

  • Ein Fahrstuhl in der Schule.
  • Eine Rampe vor dem Kino.
  • Ein Computer-Programm für blinde Menschen.
  • Internet-Seiten für taube Menschen.
  • Texte in Leichter Sprache.

Rassismus

Rassismus ist eine Art zu denken.
Rassismus ist gegen Menschen gerichtet.
Rassisten glauben,
dass einige Menschen besser sind als andere. 
Rassisten glauben,
Menschen mit einer hellen Haut sind besser als Menschen mit einer dunklen Haut.
Das stimmt natürlich nicht.
Rassisten gibt es leider auch in Deutschland.

Aber Tatsache ist:
Es ist egal, 
welche Haut-Farbe ein Mensch hat.
Es ist egal, 
aus welchem Land ein Mensch kommt.
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.

Rassismus passiert im Alltag.

Zum Beispiel:

  • Ein Wohnungs-Besitzer vermietet seine Wohnung nicht an neu-zugewanderte Menschen.
  • Ein Arbeitgeber stellt keine Menschen mit ausländisch klingendem Namen ein.

Aber: 
Die Herkunft oder der Name dürfen kein Grund sein.

Religion

Im Grund-Gesetz steht: 
Jeder darf glauben und denken, 
was er will.

Jeder Mensch darf selbst entscheiden:

  • An welchen Gott will ich glauben.
  • Wie will ich meinen Glauben leben.
  • Will ich überhaupt an einen Gott glauben.

Jeder Mensch darf nach seiner Religion leben. 
Das heißt auch:
Man darf die Rechte von anderen Menschen dabei nicht verletzen.
Denn auch die anderen dürfen selbst entscheiden,
was sie glauben und denken.

Probleme in Deutschland
Einige Menschen haben besonders oft Probleme.
Das sind zurzeit:

  • Juden und Jüdinnen
  • muslimische Frauen 
    • manchmal, weil sie ein Kopftuch tragen.
    • manchmal, weil sie ohne Kopftuch gehen.

Zum Beispiel:
Eine muslimische Frau darf bei ihrer Arbeit kein Kopf-Tuch tragen.
Der Arbeitgeber denkt,
dass das Kopf-Tuch die Kunden und Kundinnen stört!

Ein jüdischer Junge muss sich Beleidigungen anhören.
Andere Kinder schubsen ihn auf dem Schul-Hof.  

Ein muslimisches Mädchen geht ohne Kopftuch.
Andere Kinder ziehen an ihren Haaren.

Aber: 
Die Religion darf kein Grund sein.
Auch wie jemand seine Religion lebt,
darf kein Grund sein.

Geschlecht

Im Grund-Gesetz steht: 

Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Frauen und Männer haben die gleichen Rechte.
Das Geschlecht ist egal.
Alle Geschlechter haben die gleichen Rechte.

  • Frauen
  • Trans*-Menschen
  • Inter-Menschen
  • Männer

Trans*-Menschen

Der kleine Stern* bedeutet:
Es gibt verschiedene Trans*-Menschen.

Zum Beispiel:
Bei der Geburt denken alle: 
Dieser Mensch ist eine Frau.
Das stimmt aber nicht.
Denn dieser Mensch weiß später: 
Ich bin ein Mann.

Oder:
Bei der Geburt denken alle:
Dieser Mensch ist ein Mann.
Das stimmt aber nicht.
Denn dieser Mensch weiß später: 
Ich bin eine Frau.

Oder: 
Ein Mensch weiß später:
Ich bin keine Frau und auch kein Mann.

Oder: 
Ein Mensch weiß später: 
Ich bin eine Frau und ein Mann.

Inter-Menschen 
Bei der Geburt ist das Geschlecht nicht eindeutig. 
Dieser Mensch ist nicht als Frau und nicht als Mann geboren.
Manchmal kann man das erst sehen,
wenn der Inter-Mensch erwachsen ist.

Im Alltag gibt es aber viele Probleme.
Oft haben Frauen Nachteile.

Zum Beispiel:

  • Eine Frau bekommt für die gleiche Arbeit weniger Geld.
  • Eine Frau bekommt keine so gute Arbeits-Stelle wie ein Mann.
  • Eine Frau ist schwanger. Ihr Arbeits-Vertrag wird nicht verlängert.

Aber: 
Das Geschlecht darf kein Grund sein

Sexuelle Belästigung

Besonders schlimm ist sexuelle Belästigung.
Es geht dabei um Verhalten,
das etwas mit Sex zu tun hat.
Es geht dabei um Verhalten,
das deine Würde verletzt.

Sexuelle Belästigung ist zum Beispiel:

  • Ein Kollege oder eine Kollegin spricht andauernd über sexuelle Sachen.
    Aber du willst das nicht hören.
    Denn du fühlst dich dadurch schlecht.
  • Jemand fasst dich an.
    Zum Beispiel am Busen oder am Po.
    Aber du willst das nicht.
    Denn du fühlst dich dadurch schlecht.
  • Ein Kollege oder eine Kollegin hängt sexuelle Bilder von nackten Menschen auf.
    Aber du willst die nicht sehen.
    Denn du fühlst dich dadurch schlecht.

Oft denken Menschen:
„Es ist vielleicht meine eigene Schuld.“
Aber das stimmt nicht.
Sexuelle Belästigung ist immer verboten.
Niemand darf dir ohne deine Erlaubnis an den Po fassen.
Es ist egal,
ob dein Rock kurz ist oder deine Hose eng ist.
Es ist verboten,
Menschen in ihrer Würde zu verletzen.

Es sieht gleich aus. 
Aber es ist nicht gleich

Zum Beispiel:

  • Du hast Kopfschmerzen.

Deine Kollegin massiert deinen Nacken.
Das ist nett gemeint.

Das Ziel:
Deine Kopfschmerzen sollen weggehen.
Das ist keine sexuelle Belästigung.
Du darfst trotzdem „Stopp“ sagen,
wenn du das nicht willst.
Deine Kollegin hat vergessen:
Sie muss vorher fragen.

Aber:
Eine Kollegin massiert deinen Nacken einfach so.
Ohne Grund.
Und du hast das Gefühl,
sie will dich einfach nur anfassen. 
Sie will zeigen,
dass sie das mit dir machen kann.
Deshalb fühlst du dich schlecht dabei.

Dann höre auf dein Gefühl.
Du fühlst dich schlecht,
dann ist es sexuelle Belästigung.
Und sexuelle Belästigung ist immer verboten

#DarüberReden

Leider erleben viele Menschen sexuelle Belästigung.
Das muss anders werden.
Deshalb gibt es diese Aktion:
Darüber reden!
Das kann helfen.

Sexuelle Identität

Jede Liebe ist gut und richtig,
wenn sie beiden Partnern gut tut!
Es ist nichts Falsches oder
Unnatürliches dabei!

Menschen lieben verschieden.

Zum Beispiel: 

Homo-sexuell.
Man sagt auch gleich-geschlechtlich:

  • Ein Mann liebt Männer.
    Man sagt auch:
    Der Mann ist schwul.
    Oder: Er ist ein Schwuler.
  • Eine Frau liebt Frauen.
    Man sagt auch:
    Die Frau ist lesbisch.
    Oder: Sie ist eine Lesbe.

Zum Beispiel:

Bi-sexuell.

  • Eine Frau liebt Frauen und Männer.
  • Ein Mann liebt Männer und Frauen.

Zum Beispiel:

Hetero-sexuell.

  • Ein Mann liebt Frauen.
  • Eine Frau liebt Männer.

Zu schwul, lesbisch, bi-sexuell und hetero-sexuell sagt man auch:
sexuelle Identität.

Heiraten
Eine Frau und ein Mann durften schon immer heiraten.

Neu:
Seit dem Jahr 2017 darf ein Mann einen Mann heiraten.
Und eine Frau darf eine Frau heiraten.
Das ist ein großer Fort-Schritt.

Besser, aber nicht gut
Schwule Männer und lesbische Frauen können offen leben.
Das ist viel besser als früher.
Auch für bi-sexuelle Menschen ist es besser als früher.

Aber:
Es gibt immer noch Beleidigungen.
Jeden Tag.
Für Schwule, Lesben und Bi-Sexuelle ist der Alltag immer noch schwer.

  • Sie haben Nachteile.
  • Sie können sich nicht ganz sicher fühlen.

Zum Beispiel:

  • Ein Kollege beleidigt einen schwulen Mann.
    Die anderen Kollegen und Kolleginnen lachen.
    Der Mann geht nicht zum Chef.
    Denn der Mann hat Angst,
    dass auch der Chef etwas gegen Schwule hat.
  • Im Bus beschimpft ein Mann eine lesbische Frau und ihre Partnerin.
    Die anderen Fahr-Gäste sehen weg.
    Alle schweigen.
    Die Frauen steigen sofort wieder aus,
    denn sie bekommen Angst.
  • Ein homo-sexuelles Paar bekommt eine Wohnung nicht.
    Die Vermieterin will keine Homo-Sexuellen im Haus haben.
  • In der Schule ist „schwul“ oft ein Schimpf-Wort.

Diskriminierung ist nicht richtig. 
Denn es ist egal,
wer wen liebt. 

Beratung

Anti-Diskriminierungs-Stelle
Die Anti-Diskriminierungs-Stelle kann dir helfen.
In unserem Beratungs-Team sind 6 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Wir beraten dich.

Zum Beispiel:
Wenn du eine Arbeit nicht bekommst,
weil du eine Behinderung hast.

Wir sprechen über deinen Fall.

Das Beratungs-Team überlegt:

Was kannst du tun?

Das Beratungs-Team macht Vorschläge.

Und du entscheidest,
was du tun willst.

Beratungs-Stellen in deiner Nähe

Es gibt noch viele andere Beratungs-Stellen.
Dort kannst du direkt hingehen.
Diese Beratungs-Stellen haben Öffnungs-Zeiten.

Wenn du auf den Link klickst,
kannst eine Beratungs-Stelle in deiner Nähe suchen.

Link zu den Beratungs-Stellen

Über die Aktion

Diskriminierung bedeutet:
Ein Mensch behandelt einen Menschen schlechter als einen anderen,
nur weil der anders ist. 

Aber Diskriminierung ist verboten.
In Deutschland gibt es ein Gesetz gegen Diskriminierung,
das dich schützt.

Das Gesetz heißt:
Allgemeines Gleich-Behandlungs-Gesetz.
Im Gesetz steht:
Diskriminierung ist verboten. 

Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Niemand darf einen Menschen schlechter behandeln als andere.

Zum Beispiel:

  • Weil er ein bestimmtes Alter hat.
  • Weil er behindert ist.
  • Weil er anders aussieht.
  • Weil er aus einem anderen Land kommt.
  • Weil er ein Mann oder eine Frau ist.
  • Weil er eine andere Religion hat.
  • Weil er keine Religion hat.

Trotzdem gibt es Diskriminierung.
Im Alltag werden viele Menschen diskriminiert.
Deshalb gibt es diese Aktion.
Die Aktion heißt:
Darüber reden.

Es ist wichtig,
dass alle über Diskriminierung reden.
Denn dann denken auch alle darüber nach.

Das Erzählen hilft auch der Gesellschaft.
Jetzt wissen alle,
dass sich etwas ändern muss.

Das Ziel:
Diskriminierung soll weniger werden.

Und du kannst mithelfen:
Erzähle deine Geschichte.
Erzähle deine Erfahrung.

#DarüberReden

Den Namen von dieser Aktion schreibt man mit Hashtag (sprich: Häsch Teck).
Hashtag ist das kleine Kreuz: #
Den Hashtag benutzt man in den sozialen Medien.
Zum Beispiel bei Twitter oder Instagram.
Mit dem Hashtag kann man die Aktion leichter finden.

#DarüberReden ist eine Aktion von der Anti-Diskriminierungs-Stelle des Bundes.